Forschungsnetzwerk Recht und Religion (FNRR)

Die FNRR ist ein anerkanntes Forschungs-Netzwerk der Universität Basel

Was bezweckt das Forschungsnetzwerk Recht und Religion? 

Das anfangs 2010 als Forschungsstelle gegründete Forschungsnetzwerk Recht und Religion (FNRR) bezweckt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den zwischen Recht und Religion bestehenden Bezugsfeldern. Es versteht sich als interdisziplinäre Plattform, in der sich in erster Linie Rechts- und Religionswissenschaft begegnen, die aber auch weitere wissenschaftliche Disziplinen wie etwa die Soziologie, Ethnologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft einbezieht. Dabei werden nicht nur theoretische Fragestellungen behandelt. Mit seiner Arbeit möchte das Forschungsnetzwerk vielmehr auch Beiträge zur Bewältigung praktischer Problemstellungen leisten. In der Schweiz zwingt spätestens die Annahme der Volksinitiative für ein Minarettbauverbot im November 2009 zur umfassenden Reflexion über das Verhältnis von Recht und Religion.

Wie arbeitet das Forschungsnetzwerk Recht und Religion?

Das Forschungsnetzwerk führt Forschungsprojekte durch und organisiert wissenschaftliche Tagungen. Es sorgt zudem für die Publikation der Forschungsergebnisse und Tagungsreferate. Nach Möglichkeit nimmt es auch Beratungs- und Gutachtensmandate entgegen. 
Das als Teil der Universität Basel wirkende Forschungsnetzwerk arbeitet interdisziplinär vernetzt und unter speziellem Einbezug des akademischen Mittelbaus. Es ist offen für Kooperationen sowohl mit Forschenden anderer Universitäten als auch mit Partnern aus dem nichtuniversitären Umfeld.

Was sind die Schwerpunkte des Forschungsnetzwerks Recht und Religion?

Unter anderem:

  • Recht und Religion in einer multi-, teilweise auch areligiösen Gesellschaft
  • Religion im Verfassungsstaat: Religionsfreiheit sowie Verhältnis des Staates zu Religionsgemeinschaften
  • Recht und Religion in historischer Dimension
  • Recht und Religion im internationalen Kontext

Aktuell

HS20 VL "Einführung in die Religionsgeschichte und religiöse Zeitgeschichte"

Die Vorlesung von Jürgen Mohn im Herbst 2020 hat den Fokus "Recht und Religion". Die FNRR ist massgeblich daran beteiligt.

2021 (in Planung) Symposium "Interdependenzen II"

 


Wer leitet das Forschungsnetzwerk Recht und Religion?

Prof. Dr. iur. Felix Hafner,
Dr. iur. Anne Kühler,
Prof. Dr. Jürgen Mohn,
Dr. iur. Marcel Stüssi,
Dr. phil. Lilo Roost Vischer,
Prof. Dr. iur. Bijan Fateh-Moghadam,
Prof. Dr. iur. Andreas Stöckli,
David Atwood,
Anne Beutter

Publikationen des Forschungsnetzwerks: «Interdepenzen von Recht und Religion»

Kühler, Anne; Hafner, Felix; Mohn, Jürgen (Hrsg.): Interdependenzen von Recht und Religion. Ergon Verlag, Würzburg 2014. 197 Seiten. ISBN: 978-3-95650-068-8

Wie sind Recht und Religion aufeinander bezogen und wie ist ihr Verhältnis im pluralistischen Gemeinwesen zu bestimmen? Die Autorinnen und Autoren der in diesem Band versammelten Beiträge lassen es nicht damit bewenden, Trennendes und Abgrenzendes aufzudecken. Sie gehen vielmehr auch den Verbindungen, Abhängigkeiten und Überschneidungen nach, die zwischen Recht und Religion im "säkularen", vom Neutralitätsparadigma beherrschten, rechtlich verfassten Gemeinwesen bestehen. Ziel des Bandes ist es, die Interdependenzen von Recht und Religion, die in jüngster Zeit wieder stärker in den Fokus der Debatte gerückt sind, aus einer inter- und transdisziplinären Perspektive auszuleuchten. Die Beiträge enthalten Reflexionen über dieses Verhältnis aus der Sicht der Rechts- und Religionswissenschaft, der Rechtssoziologie und -philosophie sowie der Religionssoziologie.

Der Sammelband ist ein Resultat des im Dezember 2012 durchgeführten Workshops „Interdependenzen von Recht und Religion – Systematische Aspekte und theoretische Perspektiven“ (Universität Basel)

Vergangene Veranstaltungen

Veranstaltung an der Woche der Religionen 2015:

 
„Die unheilige Diskriminierung. Zur Gleichstellungsproblematik im Religionsbereich“
 
mit Vorträgen von Prof. Dr. iur. Denise Buser (Juristische Fakultät Basel) und Dr. theol. Caroline Schröder Field (Münsterpfarrerin)
Moderation Prof. Dr. iur. Andreas Stöckli (Juristische Fakultät Basel)
 
Dienstag, 3. November 2015, 18.30 Uhr
Theologisches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 10, 4051 Basel

 
In verschiedenen Religionsgemeinschaften ist es Frauen verwehrt, religiöse Leitungsämter zu besetzen. So enthält etwa das Gesetzbuch der römisch-katholischen Kirche die Vorschrift, dass die heilige Weihe gültig nur ein getaufter Mann empfängt. Gegen diese Ungleichbehandlung der Frauen regt sich nicht nur Widerstand in den Religionsgemeinschaften. Es stellt sich auch die Frage, ob Religionsgemeinschaften an Diskriminierungsverbote des staatlichen Rechts gebunden sind, die deren Freiheit und Autonomie im Bereich der Ämterbesetzung einschränken. Die beiden Referentinnen werden zu dieser brisanten Thematik aus einer juristischen und einer theologischen Perspektive Stellung nehmen.

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Interdependenzen von Recht und Religion - Systematische Aspekte und theoretische Perspektiven

Workshop der Forschungsstelle Recht und Religion (FSRR)
8. Dezember 2012

Zum Thema
Wie sind Recht und Religion verknüpft? Es gibt verschiedene Überschneidungen, Konflikte und Abhängigkeiten zwischen Recht und Religion. Diese Brüche und Kontinuitäten wurden anlässlich des von der Forschungsstelle Recht und Religion der Universität Basel organisierten wissenschaftlichen Workshops beleuchtet. Die Veranstaltung war theoretisch-systematisch ausgerichtet und bezog sich auf eine grundlegende Reflektion über das Verhältnis von Recht und Religion aus Sicht des Rechts und der Religionswissenschaften sowie der Rechtssoziologie und -philosophie. Sie bot dabei Gelegenheit, das Verhältnis von Recht und Religion als Querschnittsthematik aus einer interdisziplinären Perspektive zu diskutieren.

Referentinnen und Referenten
Dr. phil. Petra Bleisch Bouzar
Prof. Dr. iur. Denise Buser
PD Dr. jur. Bijan Fateh-Moghadam
Prof. Dr. iur. Felix Hafner
Dr. iur. Anne Kühler, LL.M.
Prof. Dr. iur. can. et lic. theol. Adrian Loretan
Prof. Dr. Jürgen Mohn
PD Dr. phil. Astrid Reuter
Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Kurt Seelmann

Ort: Universität Basel, Nadelberg 10